Krisen sind immer auch Erzählungen über Krisen. Keine Krise ohne den entsprechende Diskurs der Krise, der die Ereignisse deutet und ihnen ihre narrative Ausrichtung gibt. Erzählungen von Krisen konstruieren den Beginn, den Höhepunkt oder Zäsuren, sowie das Ende der Krise. Sie folgen dabei meist einer aristotelische Dramenstruktur. Grob gesagt besteht diese Struktur in einer kulminierenden Entwicklung, die dann in einem Höhepunkt gipfelt. Dieser Höhepunkt stellt eine Zäsur in der Handlung dar, die zum Ende in den Konflikt mit einer kathartischen Wendung führt. Krisenerzählungen etablieren die Krise als eine zeitlich begrenzte und verkettete Folge von Ereignissen. Eine Krise hat einen Anfang, einen Höhepunkt und ein Ende. Der Beginn der Krise wird ganz nach Aristoteles als eine Exposition gefasst. Diese wird oft mit Begriffen wie „Alarm“, „Ausbruch“ (im Fall von Epidemien) oder „Crash“ (im Falle von Finanz- und Wirtschaftskrisen) verdeutlicht. Das Leitmotiv der Krise wird da...
Ein Onlinekurs der VHS Kreuzberg